Einführung in die Homöopathie

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Als PTA wurde uns leider in der Ausbildung nur die klassische Schulmedizin gelehrt und die Homöopathie nur kurz erwähnt. Auch ich war früher mal der Meinung bei so hohen Verdünnung kann ja nichts mehr wirken und ist Einbildung. Aber dann wurde ich zum besseren belehrt. Ich hatte in der Apotheke eine ältere Kundin die sich schon seit längere Zeit mit eine Blasenentzündung Rum schlug und selbst Antibiotika halfen nicht und das Wochenende stand vor der Tür. Es war Freitag Nachmittag und nur noch ein Arzt im Ort der nicht nur Schulmediziner ist, sondern ein sehr erfahrener Homöopath. Die Kundin war so verzweifelt das sie zu mir meinte sie probiert den Zauberer mal aus. Den Samstag drauf kurz vor Ladenschluss kam die Kundin zu uns und meinte der Zauberer hat mir geholfen. Das hat mich neugierig gemacht und die Woche drauf habe ich mit dem Zauberer gesprochen und der gab mir ein Buch in die Hand und meinte, lese und probiere es an dir selber aus. Gesagt getan. Ich bin mit einer sehr skeptischen Meinung an die Behandlung meiner Nasen-Nebenhöhlen-Entzündung ran gegangen und habe mir gedacht probiere es 3 Tage und wenn es nicht klappt dann wie immer schulmedizinisch mit Antibiotika behandeln. Schon am 2 Tag war ich wie von den Socken, es wirkt.

Seit dem beschäftige ich mich mit der Homöopathie und besuche regelmäßig Lehrgänge und Vorträge bei denen ich mein Wissen erweitern kann.

Was ist eigentlich Homöopathie ?

Homöopathie ist eine Reiz- und Regulierungstherapie nach dem Ähnlichkeitsprinzip (homoion pathos = ähnliches Leben), die verdünnten und verschüttelten (potenzierten) Arzneimittel nach klaren Regeln durchgeführt wird. Sie bietet den Patienten ganzheitlich und individuell möglichst ohne Nebenwirkungen zu behandeln.

3 Säulen der Homöopathie

  1. Similie-Regel
  2. Arzneimittelprüfung an Gesunden
  3. Individuelle Anamnese

Sie Similie-Regel lautet eigentlich im ganzen Similia simmilibus curentur = Ähnliches möge durch Ähnliches geheilt werden.

Dieser Satz ist der Grundsatz der Homöopathie und wurde vom Begründer der Hahnemann 1810 in seinem Hauptwerk dem Organon erstmals verwendet.

Was bedeutet nun diese Regel? Ein einfaches Beispiel ist der Heuschnupfen. Bei den meiste betroffenen läuft die Nase und die Augen tränen. Hahnemann hat überlegt, was würde wohl diese Symptome bei einem Gesunden auslösen und kam so auf die Zwiebel. Wenn ein Gesunder diese schneidet kommt es zum Augen tränen und Nase laufen. Um einem Kranken Abhilfe zu schaffen nahm er den Extrakt der Zwiebel und verdünnte diesen stark (potenzierte), verabreichte es dem Kranken und nach kurzer Zeit verbesserten sich der Zustand.

Die Arzneimittelprüfung an Gesunden

Bei einer Arzneimittelprüfung nehme freiwillige gesund Personen einen Arzneistoff ein und dokumentieren die dabei auftretenden Symptome.

Hahnemann selbst hat zu seiner Zeit schon solche Prüfungen durchgeführt um damit heraus zu finden für welche Erkrankungen seine homöopathischen Mittel geeignet sind. Er testet ca. 100 homöopathische Mittel an sich selbst und zog später seine Studenten mit in diese Studien ein.

Die individuell Anamnese

Die vollständige homöopathische Anamnese um fasst detailliert alle körperlichen und seelischen Symptome und Besonderheiten des Patienten. Dazu gehören:

1.Ätiologie oder Causa

Als Causa gelten in der Schulmedizin z.B. Bakterien, Vieren, Pilze, Gifte usw.,wo bei mittlerweile auch seelische Faktoren mit einbezogen werden. In der Homöopathie werden schon seit 200 Jahren Schreck, Schock, Kummer, Kränkungen, usw. als Ätiologie mit einbezogen.

2.Ort

Wie in der Schulmedizin wird der Ort der einer Erkrankung ermittelt. Z.B. Schmerzen in der Schulter. In der Homöopathie spielt allerdings auch die Seite eine Rolle, ob der Schulterschmerz mehr rechts oder links vorhanden ist.

3.Empfindungen

Auf Empfindungen wird in der Homöopathie sehr viel wert gelegt, den danach richtet sich die Auswahl des Arzneimittels.Den Schmerz ist nicht gleich Schmerz. Schmerzen können z.B. als brennen, stechen, plötzlich auftretend, langsam an- und absteigend usw. sein.

4.Modalitäten

Die Modalität sind für die Findungen des richtige homöopathischen Mittels oftmals sehr wichtig. Darunter versteht man die Begleitumstände unter denen eine Erkrankung besser oder schlechter wird.

Zeitmodalität = z.B. morgens besser oder abends schlechter

thermische Modalität = z.B. bei wärme schlechter

Bewegungsmodalität = z.B. bei Bewegung bessert sich der Schmerz

Der Einsatz von Bewährten Mitteln in der Homöopathie

Wie auch in der Schulmedizin setzt man in der Homöopathie auf bewährte Arzneimittel. Ein Beispiel war z.B. die Zwiebel, die sich nur bei den meisten Heuschnupfenerkrankungen sondern auch bei allen Erkältungserkrankungen bewährt hat. Die Zusammenstellung der Bewährten Arzneimittel erleichtert gerade in der Homöopathie schnell das richtige mittel unter ca. 1400 Homöopathika zu finden.

Aber es sollte immer vor der Einnahme Rücksprache mit einem Arzt, Heilpraktiker oder Hebamme stattfinden.

Die Potenzierung

Hahnemann wusste damals schon um die Giftigkeit mancher Mittel und verdünnte und potenzierte deshalb seine Arzneimittel.Er wollte so mit die Wirkungsweise seine Arzneimittel verbessern und die Giftigkeit für den Erkrankten herabsetzen. Hahnemann arbeitet über 20 Jahre daran die richtigen Potenzen zu finden. Sein Herstellungsverfahren ist heute als Standard im HAB (Homöopathischen Arzneibuch) gesetzlich festgelegt.

Es wird in folgenden Potenzierungen unterschieden.

Tiefpotenzen sind Verdünnungen bis zu D10 / C10, gebräuchlich sind D/C 6

Mittlere Potenzen sind Verdünnungen von D10 /C10 bis D30 /C30, gebräuchlich D12 / C12

Hoch Potenzen sind Verdünnungen ab D30 /C30, davon gebräuchlich C200 und C1000 (diese Hochpotenzen sollten viel bedacht verabreicht werden)

Es wird gerade Anfängern der Homöopathie von den Hochpotenzen abgeraten und sich eher auf die Tief- und Mittleren Potenzen zu beziehen. Da gerade bei den Hochpotenzen der Einfluss auf die Psyche recht groß ist.

Wie wird potenziert?

Bei der Potenzierung wird nach Hahnemann durch jeden Schritt der Verschüttelung oder Verreibung ein Verhältnis 1 : 100 hergestellt (C Potenzierung). Bei der in Deutschland gebräuchlichsten D Potenzierung ein Verhältnis 1 : 10, diese wurde von einem direkten Schüler Hahnemanns entwickelt.

Dosierungen

Die Dosierungen der homöopathischen Arzneimittel ist sehr individuell und richtet sich nach Konstitution und Potenzhöhe. Den um so höher die Potenzierung um so weniger Gaben sind nötig um eine Wirkung zu erzielen.

Für Erwachsene

Tiefpotenzen werden bei akuten Beschwerden alle ½ bis ganze Stunde mit je 5 Tropfe, oder 5 Globuli oder 1 Tablette angewendet. Jedoch nicht mehr als 6x täglich. Bei chronischen Erkrankungen 1-3 x täglich je 5 Tropfe, oder 5 Globuli oder 1 Tablette

Mittlere Potenzen werden 1-2x täglich je 5 Tropfe, oder 5 Globuli oder 1 Tablette angewendet.

Hochpotenzen werden wenn ein erfahrener Therapeut nichts anderes verordnet hat nur 1x täglich je 5 Tropfe, oder 5 Globuli oder 1 Tablette angewendet.

Für Säuglinge

im 1. Lebensjahr lautet die Dosierung 1/3 der Erwachsenen Dosis

Für Kleinkinder

bis zum 6. Lebensjahr lautet die Dosierung ½ Erwachsene Dosis

Für Kinder zwischen den 6. und 12. Lebensjahr

lautet die Dosierung 2/3 der Erwachsenen Dosis

Welche Erkrankungen lassen sich gut mit der Homöopathie behandeln?

Alle Funktionellen Erkrankungen, sofern es keine gravierende organischen Erkrankungen vorliegen. Alle akuten Erkrankungen die z.B. durch Vieren, Bakterien usw. hervorgerufen werden Und alle chronischen Erkrankungen, gerade bei Personen die laut der Schulmedizin als aus therapiert gelten.

Welche Grenzen gibt es bei der Homöopathie?

Auch bei der Homöopathie gibt es klare Grenzen, in denen die Homöopathie nicht allein eingesetzt werden kann, sonder meist nur als Unterstützer. Das wären alle Lebensbedrohliche Erkrankungen, Erkrankungen bei denen eine Operation unumgänglich ist oder wenn ein Patient Immunsuppressiva erhält, da diese die homöopathische Reiztherapie negativ beeinflussen.

Wie merkt man das ein homöopathisches Arzneimittel wirkt?

Durch die sogenannte Erstverschlimmerung stellt man sehr schnell fest das man das richtige homöopathische Arzneimittel gewählt hat. Dabei verstärken sich die vorhandenen Symptome für kurze Zeit. Da jeder Mensch eine unterschiedliche Wahrnehmung hat nimmt jeder diese Erstreaktion des Körpers unterschiedlich stark wahr.

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